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„Ich lebe in einem wilden Wirbel“ - Die Schriftstellerin Irmgard Keun und das kunstseidene Mädchen  (Fotos: Roland Maoro)
 

Kreismuseum Wewelsburg

Burgwall 19
33142 Büren-Wewelsburg
Tel.: 02955 / 7622-0
Fax: 02955 / 7622-22
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28.01.2018, 19.00 Uhr

„Ich lebe in einem wilden Wirbel“ - Die Schriftstellerin Irmgard Keun und das kunstseidene Mädchen

Zum Gedenken an die Opfer des Nationalsozialismus

Szenische Lesung mit Musik im Burgsaal der Wewelsburg

„Mein Kleines, mein Geliebtes“, so beginnen beinahe alle der 271 Briefe (1933-1947) der Schauspielerin und Schriftstellerin Irmgard Keun (1905-1982) an den nach Amerika emigrierten Arzt Arnold Strauss. Ihre offenen Briefe lesen sich wie ein intimes Tagebuch und zeugen zugleich von den finsteren Zeiten in Nazi-Deutschland, von ihrer Existenznot und von ihrem frechen Witz, mit dem sie der Welt trotzt. Ihre eigene Lebenserfahrung, ihr Mut und ihre cleveren Manöver, aber auch ihre Verzweiflung, ihr Hang zum Alkohol und zu Männern, spiegelt sich genauso in ihren Briefen wieder wie in der Geburt ihrer unverblümten Romanheldin Doris, die wie ein   „Stehaufmännchen“ von einer Misere in die nächste tappt. Denn „Das kunstseidene Mädchen“ träumt davon am Theater ein Glanz zu werden und ihre Phantasie  macht auch vor fremden Pelzmänteln nicht Halt.

Birgit Noll schlüpft in die Figur der Schriftstellerin Irmgard Keun; sie liest und spielt sich in diese schräge Figur ein. Zudem lässt sie mit Gassenhauern wie „Wenn die Elisabeth...“ , „Bei mir biste schön“, „Davon geht die Welt nicht unter“ etc. die damalige Zeit Revue passieren.

Ann-Britta Dohle spielt das zum Leben erweckte „kunstseidene Mädchen“, strahlt, tanzt, provoziert und bibbert sich durch die üble Zeit der Judenverfolgung, der Denunziationen aber auch der Folgen ihres nicht zu bremsenden Übermuts.

René Madrid lässt mit seiner Musik die Nischen der damalige Zeit aufleben, lässt gefühlvoll die Leichtigkeit der Varietees und Glamourwelt gefrieren mit dem Einzug der Marschmusik.

Eintritt frei!

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Idee: Ann-Britta Dohle

Mit Birgit Noll (Schauspiel, Gesang) und Ann-Britta Dohle (Schauspiel)

Musik: René Madrid (Akkordeon)

René Madrid
Der Musiker kommt gebürtig aus Panama und ist in der Region bekannt als Akkordeon- und Gitarrenspieler. Der exzellente Spieler besticht durch seine Vielseitigkeit, tritt sowohl mit seiner eigenen Gruppe auf als auch in Theaterproduktionen und szenischen Lesungen. Er ist solistisch unterwegs und mit der Wewelsburg bestens vertraut. Viele Jahre hat er hier in der Erinnerungs- und Gedenkstätte die Ausstellungseröffnungen musikalisch begleitet.

Birgit Noll
Die Schauspielerin und Sängerin hat viele Jahre an der Studiobühne der Universität Paderborn und im Dalheimer Sommer gespielt. Zudem ist sie mit verschiedenen Pianisten unterwegs mit Chanson-und lyrischen Liederabenden. Sie ist immer wieder bei den Literatur- und Museumsnächten in unterschiedlichen Produktionen zu erleben.

Ann-Britta Dohle
Die Schauspielerin und Regisseurin arbeitete in Hamburg, Aachen, Düsseldorf an diversen Theatern bis sie sich aus familiären Gründen in Paderborn nieder ließ. Seitdem hat sie unzählige literarisch-musikalische Programme gemeinsam mit René Madrid und verschiedenen Schauspielern produziert und leitet zudem seit 13 Jahren das „Junge Ensemble“ des Kulturamts der Stadt Paderborn.

 
 
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